Leitbild

Unser Selbstverständnis

„Bildung auf evangelisch" ist Bildung aus einer bestimmten Grundhaltung heraus. Sie umfasst mehr als theologische Bildungsarbeit, auch wenn diese ihr unverzichtbares Kennzeichen ist. Evangelische Erwachsenenbildung ist in ihrer ganzen Vielfalt und Breite dem Evangelium von Jesus Christus verpflichtet: "Die Erwachsenenbildung ist eine verpflichtende Aufgabe der Kirche im Rahmen ihres Verkündigungsauftrages und im Blick auf die Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung." (Entschließung der Landessynode vom 03. 07.1998)

  • Bildung ist eine Wesensäußerung der Kirche - von Anfang an und insbesondere seit der Reformation. Evangelische Erwachsenenbildung zeigt ihr evangelisches Profil, indem sie die Suche von Menschen nach einem persönlichen, verständigen und urteilsfähigen Glauben fördert. Gegen einen Trend, Glaubensfragen ins Private abzudrängen, steht Evangelische Erwachsenenbildung für die öffentliche Diskussionsfähigkeit und Diskussionsbedürftigkeit von religiösen Fragen: Evangelischer Glaube braucht Bildung.
  • Bildung ist Ausdruck der Kirche für die Welt: Evangelische Erwachsenenbildung zeigt ihr evangelisches Profil, indem sie ihre gesellschaftliche Bildungsmitverantwortung ernst nimmt. Familien in allen Konstellationen brauchen Unterstützung; soziale Gerechtigkeit ist wesentlich Bildungsgerechtigkeit. Der Bedarf an Verständigung über gemeinsame Wertvorstellungen und die Dringlichkeit der Verringerung gesellschaftlicher Unterschiede wächst. Die Frage, wie wir unsere Stadt und unsere Gesellschaft lebenswert gestalten wollen, braucht einen Ort: Unsere Gesellschaft braucht Bildung.
  • Bildung ist Dienst der Kirche am Menschsein des einzelnen Menschen: Evangelische Erwachsenenbildung nimmt den Menschen als Geschöpf wahr mit Leib, Geist und Sinnen; sie versteht ihn als Mitgeschöpf und Teil einer Gemeinschaft; sie achtet seine Würde trotz Erschöpfung, Unzulänglichkeit und Schuld. Als lebensbegleitende lebensdienliche Bildung lehrt sie Stärken zu entfalten und mit Grenzen umzugehen: Frauen und Männer unterschiedlicher Lebenslagen brauchen Bildung
  • Bildung ist ein Gewinn für die Kirche selbst. Evangelische Erwachsenenbildung zeigt ihr evangelisches Profil, indem sie dazu beiträgt, dass die ehrenamtliche Mitarbeit in Kirche und Gesellschaft zum Gewinn für Engagierte, Kirche und Gesellschaft wird. Die christlichen Kirchen haben stets unsere Kultur geprägt und sich von ihr prägen lassen. Darum pflegt die Kirche auch um ihrer selbst willen den ständigen Austausch mit Kultur und Gesellschaft und bestärkt darin auch Ehrenamtliche: Eine lernende Kirche braucht Bildung.

Unsere Aufgabenfelder

Konkret vollzieht sich Erwachsenenbildung in unserer Landeskirche darum in folgenden Aufgabenfeldern:

  • Biblisch-theologische Erwachsenenbildung
  • Gesellschaftlich orientierte Erwachsenenbildung
  • Personenorientierte Erwachsenenbildung.

Daneben tritt als weiterer Bereich die Fortbildung Ehrenamtlicher.

Unsere Themen

Evangelische Erwachsenenbildung begleitet Menschen auf ihrem lebenslangen Lernweg. Sie macht Angebote, sich als Frau, als Mann, als Kind, Jugendlicher oder älterer Mensch in allen vier Dimensionen zu erleben:

  • im Verhältnis zu sich selbst, zum eigenen Körper und zur eigenen Lebensgeschichte;
  • im Verhältnis zu Gott, von dem her wir uns verstehen lernen als Menschen, die bejaht sind und zu Neuanfängen fähig;
  • im Verhältnis zu den Menschen um uns, zuhause und im Büro oder im Betrieb, in der Kommune und in der Kirchengemeinde, aber auch in einer globalisierten Welt;
  • und im Verhältnis zur Welt um uns, Tiere und Pflanzen, Wasser und Luft.

Weil jede dieser vier Dimensionen zu jeder Zeit für Menschen Bedeutung gewinnen kann, kann Bildung, die um der Menschen willen geschieht, nicht eindimensional sein. Qualitativ gute Familienbildung und gute Erwachsenenbildung sind sich dessen in gleicher Weise bewusst und wissen, dass sie einander ergänzen.

Kirchengemeinden, Häuser der Begegnung und Familien-Bildungsstätten sind gemeindenahe lebensdienliche Bildungsorte.

Aus dem Leitbild der LageB vom April 2008, vom EAEW-Vorstand am 26. Juni 2009 als Leitbild der EAEW beschlossen.